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Aus dem Jahresbericht des Meeting Point International (MPI) 2003
Der Meeting Point International (MPI) ist eine registrierte gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Kampala. Er arbeitet in den Slums von Kampala und hilft Menschen mit HIV/AIDS und deren Waisenkindern. MPI bietet seine Hilfe vor allem den Menschen in den ärmsten Gebieten von Kampala an, wie Kireka, Bweyogerere, Naguru, Ntinda und Nsambya.
MPI hat an der Verbesserung der Situation der schwächsten gesellschaftlichen Gruppen in diesen Gebieten mitgewirkt. Dies sind vor allem die Frauen, Witwen, Waisenkinder, Jugendlichen, die Alten und nicht zuletzt die HIV/AIDS Patienten.
Die Hauptaufgabe dieser Organisation ist die Arbeit im Zusammenhang mit der HIV/AIDS Epidemie; das Hauptziel ist die Prävention und Bewusstseinsänderung und die Unterstützung aller kranken Menschen sowie deren Familien und Waisenkinder.
MPI betreute im Jahre 2003 640 registrierte kranke Patienten (unter ihnen Witwen, Waisenkinder und ihre Familien), 386 Waisenkinder, sowie 20 Kinder in Welcoming-Houses, die überhaupt keine Familienangehörigen mehr haben.
Zu den Mitarbeitern des MPI gehören: 1 Arzt, 1 Krankenschwester, 2 Ausbilder in Ernährungsfragen, 5 Sozialarbeiter, 2 angestellte Vollzeitmitarbeiter sowie eine wechselnde Zahl an freiwilligen Mitarbeitern.
Das Hauptanliegen von MPI ist es, sicherzustellen, dass keine der betreuten Personen alleine gelassen wird mit ihren Problemen hinsichtlich ihres Lebens, ihrer Krankheit und selbst angesichts des Todes. Was wir hierfür anbieten ist die tägliche Begleitung der Kranken in allen ihren Aspekten.
Versorgung an AIDS erkrankter Menschen
Medizinische Versorgung Die Mehrzahl der Patienten, die eine spezielle medizinische Behandlung benötigten, wurden für die weiteren Untersuchungen und Behandlung an die "Nsambya Home Care" überwiesen, wobei der MPI die Krankenhausrechnungen und, wenn nötig, auch stationäre Aufenthalte bezahlte. Ein Teil unseres Personals, zum Beispiel Sozialarbeiter, sind ständig in dieser Einheit der "Horne Care" vertreten, um den Patienten des MPI den Zutritt zu den Leistungen des Krankenhauses zu erleichtern. Einer der Ärzte hat für die Patienten des MPI zweimal pro Woche Sprechstunden in den Außenstellen des MPI abgehalten.
Beratung Die AIDS-Kranken, ihre Familienangehörigen, Waisenkinder und die Mitglieder der Gemeinschaft wurden während der Hausbesuche beraten, Der MPI hat mit den Beratungen der ganzen Dorfgemeinschaft begonnen, um ihr Bewußtsein zu verändern und sie in die Fürsorge mit einzubeziehen. Die Beratungen finden hauptsächlich an drei Orten statt:: In Naguru, Kireka und in der "Home Care Unit" des Nsambya Hospitals.
Hausbesuche Patienten, denen früher von uns geholfen wurde, haben nun selber die Pflicht übernommen, anderen Patienten mit Hausbesuchen zu helfen und vervielfachen auf diese Weise die Kettenreaktion der Hilfeleistungen. Die häusliche Unterstützung ist nicht nur materiell und medizinisch. Sehr oft trägt sie dazu bei, die Barrieren zwischen den Kranken und den anderen Familienmitgliedern abzubauen. Die freiwilligen Helfer bewirken durch ihre Hilfe, wie die Reinigung der Häuser, das Waschen der Wäsche, Füttern der Kranken wenn diese sehr schwach sind und vor allen Dingen durch das Angebot einer Beziehung, einer Freundschaft, einen Wiederaufbau des Selbstbewußtseins der Patienten und seine Wiedereingliederung als vollwertiges Mitglied in die Familie.
Anmieten von Häusern Während der Hausbesuche erschließen sich auch andere Probleme; zum Beispiel Patienten, die aus ihren Hütten verjagt wurden, weil sie nicht mehr in der Lage waren, die Miete zu bezahlen. Manchmal sind die Patienten so schwach, dass sie nicht mehr in der Lage sind, zu arbeiten. So ist es sehr schwer für sie, die Miete für ihre Hütten aufzubringen und sie wissen dann nicht, wohin sie gehen sollen. Es gibt ebenso Fälle von sehr alten Menschen und Waisenkindern, deren Familienangehörigen gestorben sind und sie in gemieteten Hütten zurückgelassen haben: Diese können dann nicht mehr für die Miete aufkommen. In diesen Fällen bezahlt der MPI die Miete für die Menschen.
Versorgung mit Lebensmitteln Zweimal pro Monat teilen die Mitarbeiter des MPI lebensnotwendige Dinge an die Patienten aus; entweder an den Außenstellen oder während der Hausbesuche. Die ausgeteilten Dinge enthalten: Maismehl, ÜI zum Kochen, trockene Bohnen, Reis, Erbsen, Zucker, Salz, Milchpulver, Seife, Decken, Kissen, Kanister, Hacken, Plastik Tassen, Waschschüsseln, Messer, Thermosflaschen, Kochtöpfe, Schirme, Matratzen, Laternen und Holzkohle. Mit einem besseren Essen konnten viele Patienten ihre täglichen Aktivitäten wieder aufnehmen; sogar die Infektionen gingen zurück.
Fürsorge für notleidende Kinder
Bezahlung der Schulgebühren und schulischen Grundausstattung AVSI Distant Support Programm, AVSI/Cor Unum Programm und Support International Deutschland stellten das Geld für diese Unterstützung der Waisenkinder zur Verfügung. Sie bezahlten Stipendien für die Grundschulen, weiterführenden Schulen und Berufsbildenden Schulen für 447 Kinder im Großraum Kampala. Die Unterstützung betraf die Schulgebühren, Schuluniformen, Schuhe und Lehrmaterial. Support International unterstützte im Jahre 2003 50 Kinder. Die Begünstigten sind in der Mehrzahl Waisenkinder, die einen oder beide Elternteile verloren haben. In extremen Fällen von Armut und Hoffnungslosigkeit wurden allerdings auch Kinder unterstützt, die keine Waisen waren. Beratungsgespräche wurden für Kinder mit psychologischen Problemen angeboten, um ihnen ein Fortführen der Schule und ein normales Leben ungeachtet der erlittenen Schwierigkeiten zu ermöglichen. In Kireka organisierte MPI eine kleine Kinderkrippe für etwas über 50 Kinder, deren Eltern sich aufgrund ihrer Berufstätigkeit nicht um die Kinder kümmern konnten. Zwei ausgebildete Freiwillige leiteten diese Einrichtung.
Das Welcoming House MPI mietete zwei Häuser für Waisenkinder, die ihre Eltern durch AIDS verloren und nun überhaupt keine Familienangehörigen mehr hatten, an. Der MPI unterstützt sie in den Dingen der Unterkunft, medizinischer Versorgung, Ernährung, Kleidung und Schulbesuch. Die Häuser werden betreut von zwei Freiwilligen, die sich um die Kinder kümmern, für sie kochen und waschen und sie versorgen, wenn sie krank sind. Dort sind 20 Kinder untergebracht. Die Häuser sind auch als "Ernährungs-Center" genutzt worden: Unterernährte Kinder wurden dort aufgepäppelt und Menschen darin geschult, ihre Kinder richtig zu ernähren.
Frauengruppen
Dies ist ein Kernpunkt der Aktivitäten des MPI mit dem Ziel, die Situation der Frauen und Mädchen in den Slums zu verbessern. Im Jahre 2003 waren mehr als 400 Frauen in Kireka und Naguru registrierte Mitglieder des Frauen-Klubs. In den Frauengruppen gibt es folgende Aktivitäten:
Erwachsenenbildung Dies ist eine Aktivität, bei der die Frauen im Lesen und Schreiben unterrichtet werden. Es gibt zwei Kategorien von Schülerinnen: Diejenigen, die niemals eine Schule besucht haben - Anfänger Diejenigen, die bis zu einem gewissen Level die Schule besucht hatten - Basiskurse Im Jahre 2003 gab es in Kireka und Naguru jeweils 2 Klassen, die von Lehrern unterrichtet wurden.
Musik, Tanz und Schauspiel Diese Aktivitäten dienen nicht dazu, die Probleme hinsichtlich der Krankheit und der Armut zu vergessen, sondern um den Sinn des Lebens, des Leidens und des Todes herauszufinden. In der Tat haben diese Aktivitäten einen doppelten Aspekt: Einerseits sind sie ein wichtiges Instrument der Bildung, um das Selbstbewußtsein hinsichtlich AIDS und der täglichen Probleme zu stärken - sowohl bei den Vortragenden als auch im Publikum. Andererseits wurden diese Aktivitäten zu einer Art Einkommensquelle für die Frauen, weil sie Unterhaltung zu verschiedenen Gelegenheiten wie Auftritte in der Öffentlichkeit darboten.
Revolvierende Fonds Diese Aktivität half den Frauen, Selbstvertrauen zu gewinnen und zu verstehen, dass sie sehr viel für ihre Familien bewirken können. Nach einem festgelegten Schema bekamen Frauen unterschiedliche Geldbeträge als Starthilfe für kleine Geschäfte. Hierbei gab es die verschiedensten Unternehmungen: Handarbeit, Kauf von Saatgut, stricken, Geflügelzucht, Anbau von Yams, Hirse und Champignons, Eröffnung kleiner Geschäfte, Verkauf von Holzkohle, frischem Obst und Gemüse, Eröffnung von kleinen Restaurants.
Gesundheitserziehung und Hygiene Der MPI verpflichtete Personal, das die Frauen in den verschiedenen Möglichkeiten der Instandhaltung der sanitären Einrichtungen in ihrem Slum unterrichtete. Unterrichtsstunden wurden 1x pro Woche in Naguru und Kireka abgehalten. Den Frauen wurde beigebracht, wie sie ihre häusliche Umgebung sauber halten sollten (Abbrennen des Busches, Schlafen unter präparierten Moskito-Netzen, Abkochen des Trinkwassers, Händewaschen nach dem Toiletten-Besuch), wie sie sich ernähren sollten, um ihr Immunsystem zu stärken, wie sie einfache Erkrankungen wie Malaria und Durchfall behandeln und Erste Hilfe in Notfällen leisten können. Durch diese Ausbildung waren unsere Klienten in der Lage, ihren Gesundheitszustand zu verbessern: Es gab weniger Durchfälle, und weniger Ausbrüche von Krankheiten wie Cholera und Masern bei Kindern.
Internationaler Kireka Strick-Klub Diese Aktivität begann dank einiger Frauen verschiedener Nationalitäten (Frauen der in Uganda tätigen Botschaftsangehörigen, A.d.Ü.), die glücklich darüber waren, einen Teil ihrer Zeit mit uns teilen zu können. Sie entschieden sich dafür, den Frauen verschiedene Techniken der Anfertigung von Pullovern, Tischwäsche und anderen Arten von Dingen wie handgefertigte Kleidung und Matten zu zeigen. Diese Frauen kamen aus Tanzania, den Vereinigten Staaten, Ägypten, Dänemark, Frankreich, Italien, England, Indien und Pakistan. Das Geld für das Material für diese Strick-Kurse kam von diesen Frauen. Gemeinsam mit anderen Initiativen organisierten sie eine Auktion für die angefertigten Gegenstände und ersteigerten 2.895 Ugandische Schillinge, die für lange Zeit die Aktivitäten dieses Klubs bestärkt haben. Über 300 Frauen waren hierfür tätig.
Jugendgruppen
Bildungsaktivitäten Neben der Bezahlung der Schulgebühren unterstützt der MPI Initiativen wie Studienfahrten, Ausflüge, Filme, Unterrichtsstunden und Diskussionen, Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten, mit dem Ziel, die Jugendlichen auf der Suche nach ihrer Identität zu begleiten. MPI bot den Jugendlichen einen Ort, an dem sie sich entwickeln und den Sinn und Wert des Lebens wieder entdecken konnten.
Gesundheitserziehung zur Prävention von HIV Infektionen Der MPI verpflichtete eine große Zahl von Personal für die Beratung der Jugendlichen über die Risiken von AIDS, sexuelle Aufklärung und die Notwendigkeit einer Verhaltensänderung. Diese Aktivitäten fanden in verschiedenen Schulen, Berufsschulen und den MPI -Centers statt. Filme und Zeugnisse waren die Instrumente, um sich mit den Jugendlichen und ihren Problemen auseinander zu setzen.
Songs, Spiele und Tänze Die Waisenkinder öffneten sich nicht nur für Schulen und Hochschulen, sondern auch für die unterhaltenden Künste. Dies ermöglichte einer großen Zahl von ihnen, ihre Begabungen auszudrücken, vor allem durch Singen, traditionelles Tanzen, und Schauspiel. Sie erreichten eine so hohe Qualität, dass sie in die Amerikanische, die Italienische und die Ägyptische Botschaft eingeladen wurden, um ihre Tänze und Lieder aufzuführen.
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