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BONN / RHEIN-SIEG-KREIS. Eine provokante These: Frauen machen eher in Kolumbien oder in Botswana Karriere als in Deutschland. Sagt Jürgen Hindenberg, der Geschäftsführer der Weiterbildungsgesellschaft der IHK Bonn / Rhein-Sieg. Und legt zum Beweis in einer Pressekonferenz gestern ein paar Zahlen auf den Tisch: Laut einer EU-Statistik seien in Deutschland 3,5 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Führungspositionen tätig, im EU-Durchschnitt 5,6 Prozent. Von den 525 Vorstandsposten in den 100 größten deutschen Unternehmen seien sieben von Frauen besetzt. Die Weiterbildungsgesellschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn / Rhein-Sieg will zumindest in der Region die Statistik nach oben bewegen und hat mit Partnern einen Zertifizierungslehrgang "Fit for Success" (Fit für den Erfolg) geschaffen; er richtet sich an weibliche Führungskräfte, die im Beruf weiterkommen wollen. Das scheint schwer zu sein. "Männer wollen keine Frauen in Führungspositionen sehen", berichtet Anita Halft von der Regionalstelle Frau & Beruf über Erfahrungen aus ihrer Beratungsarbeit. Denn: "Frauen führen anders." Die Wirtschaft könne aber auf Frauen auch in leitenden Positionen nicht verzichten, andererseits müssten sich Frauen auf den rauen Wind in den Chefetagen gut vorbereiten. "Sie sollten aber nicht versuchen, den besseren Mann zu stehen", warnt Sabine Hebenstrick, stellvertretende Geschäftsführerin der DIHK-Bildungs-GmbH Bonn. Was muss sich ändern? Gertrud Hennen von der Regionalstelle verlangt bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, damit Frauen mit Familie ihren Beruf ausüben könnten. Aber, sagt Dagmar Toschka, die Hauptgeschäftsführerin des Landesverkehrsverbandes Rheinland, Frauen müssten "an sich selber arbeiten und dürfen sich nicht darauf zurückziehen, dass die Strukturen nicht so sind, wie sie es sich wünschen". Frauen müssten lernen, "ihr eigener Unternehmer zu sein". Sabine Hebenstrick umschreibt das so: "Wir dürfen nicht darauf warten, wie Schneewittchen geweckt zu werden." Es gehe darum, Vertrauen in das eigene Können zu entwickeln. Da könnten auch Netzwerke erfolgreicher Frauen hilfreich sein. "Die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, Frauen mit guter Ausbildung nicht in Führungspositionen zu lassen", weist Petra Witt, Geschäftsführerin des Präha Bildungszentrums in Kerpen und Vorsitzende des NRW-Landesverbandes deutscher Privatschulen, darauf hin, dass 53 Prozent aller Abiturienten und 49,7 Prozent aller Universitätsabsolventen Frauen sind. (dbr)
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