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Sie sind hier: Home » Presse » Pressespiegel Das Ende der Schulwahlfreiheit? - Was Eltern wirklich wollen
Einheitsschule, Mittelschule, Verbundschule oder doch lieber traditionelles drei- bzw. viergliedriges Schulsystem? - In den Wahlkampfdebatten und Wahlprogrammen der Parteien in Nordrhein-Westfalen nimmt das Thema Bildung breiten Raum ein - und hier vor allem die Frage nach der Schulstruktur. Schon ist in der Presse von Schul- statt Wahlkampf die Rede, und die Politiker der jeweiligen Parteien bescheinigen ihren Kontrahenten wahlweise Dinosaurier-Denken oder schüren die Angst vor Schulschließungen und einem Jahrzehnt des Chaos bei Strukturveränderungen. Doch die Debatte um die Schulstruktur greift zu kurz. "Bildung ist keine Frage von Strukturen, sondern eine Frage der Qualität - des guten Unterrichts, der individuellen Förderung und der Berücksichtigung der Talente und Fähigkeiten des einzelnen Schülers über den Unterricht hinaus", meint Petra Witt, Vorsitzende des VDP Verbands Deutscher Privatschulen NRW. Die derzeitige Diskussion verdecke die eigentlichen Probleme des Schulsystems. Bei der Ursachenanalyse der Schwächen des Schulsystems sind die meisten Eltern schon entscheidend weiter als die Politiker. In einer repräsentativen Forsa Studie von 2009, sind nur 31% der Befragten für eine Umstrukturierung des Schulsystems zu einer Einheitsschule. Selbst unter Anhängern der Grünen und Linken lässt sich eine erhebliche Minderheit verorten, die sich gegen eine Abschaffung ausspricht. (Linke 43% und 48% Grüne). "Eltern und Schüler haben sehr genaue Vorstellungen, was ihnen eine Schule bieten soll. Da spielt das pädagogische Profil einer Schule ebenso eine Rolle, wie das Betreuungsverhältnis und die begleitenden Angebote der Schule, die über den Lehrplan hinausgehen", erklärt Witt. Und so verzeichnen Schulen in freier Trägerschaft seit Jahren kontinuierlich wachsende Schülerzahlen. Im aktuellen Schuljahr 2009/2010 besuchen fast 168.000 Schülerinnen und Schüler eine private allgemeinbildende Ersatzschule, eine leichte Zunahme, entgegen dem Trend der rückläufigen Schülerzahlen an staatlichen Schulen. Die Abstimmung über das System findet also mit den Füßen statt. Eltern und Schüler wünschen vor allem gute Bildung. "Diese Erwartungen erfüllen freie Bildungseinrichtungen in ihrer Vielfalt auf besondere Weise. Durch ihre Ausrichtung auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler, durch ihr motivierendes Lernumfeld und den ganzheitlichen Ansatz zur Persönlichkeitsentwicklung unterscheiden sie sich von anderen Schulen. Sie vermitteln nicht nur Lehrplanwissen, sondern darüber hinaus auch die Herausbildung sozialer Kompetenzen", bekräftigt Petra Witt. Sie wünscht sich und den Wählern, dass die Politiker sich nicht weiter in Strukturdebatten verrennen, sondern um bessere Bildung in der aufgrund der unterschiedlichen Voraussetzungen erforderlichen Vielfalt sorgen. Schulen in freier Trägerschaft bilden die ganze Bandbreite der Bildungswege ab - von der Grundschule mit intensiver Förderung für Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen bis zur Akademie, bei der der in jungen Jahren versäumte Schulabschluss im Erwachsenenalter nachgeholt werden kann.
Verantwortlich für den Inhalt: Eva Lingen, MLE Geschäftsführerin - VDP Verband Deutscher Privatschulen Nordrhein-Westfalen e.V.
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