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KERPEN-HORREM. Nicht immer geradlinig sei der Weg vieler Frauen, sagte Bürgermeisterin Marlies Sieburg am Samstag im Soziokulturellen Zentrum. Das Frauennetzwerk, die Bundesagentur für Arbeit Brühl und die Gleichstellungsstelle der Stadt Kerpen hatten hier zum ersten Mal eine Bildungsmesse für Frauen organisiert. "Viele Frauen suchen Beratungsgespräche rund um den Wiedereinstieg in den Beruf - das kann nach drei Monaten Mutterschutz sein oder auch nach 15 Jahren Familienphase", berichtete Erika Pollauf-Schnabel, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit. Auf der Messe stellten zahlreiche Institutionen wie die Arbeiterwohlfahrt, die Volkshochschule, das CJD Bildungswerk oder die Europäische Fachhochschule Rhein-Erft Aus- oder Fortbildungsangebote vor und informierten über verschiedene Möglichkeiten zum Wiedereinstieg in den Beruf. Petra Witt, Geschäftsführerin des Präha-Bildungszentrums, sowie Hanna Günther, im Bildungszentrum zuständig für psychosoziale Betreuung, würden sich freuen, wenn sich auch mehr reifere Frauen zu einer Ausbildung bei ihnen entschließen könnten. Viele der Ausbildungen finden abends oder am Wochenende statt und sind deshalb gut mit dem Familienleben vereinbar. "Viele Frauen meinen jedoch, sie seien zu unsportlich", sagte Witt. Dabei sei es sogar von Vorteil, wenn die Gymnastiklehrerin nicht vollkommen durchtrainiert sei, denn viele Patienten müssten schließlich auch erst wieder an die Bewegung herangeführt werden. Außerdem könnten jüngere Klassenkameraden viel von erfahreneren Auszubildenden lernen. "Die Frauen sollten ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen", forderte Witt. Einen Leitfaden für Berufsrückkehrerinnen verteilte die Bundesagentur für Arbeit. Hier fanden die Frauen Tipps für eine erfolgreichen Bewerbung oder zur Existenzgründung. Am Stand von Innovabest, dem Institut für innovative Bildung, konnten sie sich zu Seminaren anmelden, in denen unter anderem auch selbstsicheres Auftreten trainiert wird. Zudem informierten sich die Besucherinnen in Schnupperworkshops über verschiedene Berufswahlmöglichkeiten. So informierte das Anton-Heinen-Haus über die Qualifizierung zur Tagesmutter, das Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft legte Perspektiven und Chancen zum Wiedereinstieg in den Beruf dar, und die VHS stellte Lehrgänge zum Thema "Büromanagement" vor. "Ich hoffe, dass viele Frauen dazu angeleitet werden, sich zu informieren und etwas für sich selbst zu tun", sagte Pollauf-Schnabel. "Denn man kann sich heute nicht ausruhen." Auch Sieburg, die als Bürgermeisterin immer wieder Neues lernen muss, sprach aus Erfahrung "Es gilt jeden Tag Learning by doing."
» Bilder und Eindrücke: Die Präha Gruppe auf der 1. Bildungsmesse für Frauen in Kerpen
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