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Rund 65.000 Kosmetikerinnen in Deutschland stehen heute im Wettbewerb miteinander. In jedem Jahr drängen einige tausend weitere frisch Ausgebildete auf den Markt. Dabei gilt grundsätzlich: Je länger und intensiver die Ausbildung war, desto besser ist die Qualifikation. Dennoch müssen die Kenntnisse in immer kürzeren Zeitabständen aktualisiert werden. Weiterbildung ist deshalb ein Dauerthema. Ohne regelmäßige Weiterbildung geht heute kaum noch etwas und ohne aktuelle Kenntnisse wird man gnadenlos überholt.
Weiterbildungsrelevante Bereiche Vier Bereiche zeichnen sich als marktbedeutsam und weiterbildungsrelevant ab. Dazu gehören an erster Stelle die immer schon durchgeführten Produkt- und Geräteschulungen der Hersteller. Bei den Produkten liegen "Bio" und "Wellness" im Trend, wobei genau zu prüfen ist, wie viel Bio bzw. Wellness wirklich enthalten ist. Bei den Neuerscheinungen auf dem Gerätemarkt spielen die Kriterien Wirksamkeit, Finanzierbarkeit und Nachfrage eine gewichtige Rolle. Um sich voneinander abzugrenzen und das Profil zu schärfen, nehmen des weiteren immer mehr Institute Spezialgebiete wie z. B. Nailstyling, Visagistik, Wellnessmassagen und ähnliches in ihr Programm auf. Manche Studios haben sich auch auf eines dieser Gebiete spezialisiert und können passabel davon leben. Gleichwohl sind der Ausbildungsaufwand und die Summe der Erfahrungen nicht zu unterschätzen. Der Trend zu Behandlungen mit medizinischen Komponenten, ohne mit den Ärzten in Konkurrenz zu treten, verstärkt sich zurzeit. Dazu gehören z. B. Behandlungen mit Permanent Make-up, Lymphdrainage oder Vor- und Nachbehandlungen bei ästhetisch-chirurgischen Eingriffen. Absolut en vogue sind heute aber vor allem alle Arten von Wellnessmassagen wie Ayurvedische Massagen, Hot and Cold Stone, Klangschalenmassage, Lomi Lomi Nui, Schokomassagen und vieles mehr. Insofern wachsen Kosmetik und Wellness tendenziell immer mehr zusammen. Dieser Entwicklung gilt es zu folgen. Ohne Wellness-Angebote droht Stillstand statt Weiterentwicklung.
Anbieter-Kriterien Zur Weiterbildung gehört auch der passende und qualitativ den Anforderungen entsprechende Weiterbildungs-Anbieter. Das Problem ist nur: Wie finde ich den? Die Landschaft der Weiterbildungsanbieter ist vielfältig und recht unübersichtlich. Man braucht fast schon einen Kompass und einen Korb voller Beurteilungskriterien, um sich einigermaßen auf dem Weiterbildungsmarkt zurecht zu finden und die guten Anbieter von den durchschnittlichen und schlechten zu unterscheiden. Als grundsätzlich bedenklich gilt: kurz und teuer. Manche Nachfrager wollen verständlicherweise in kürzester Zeit zum Weiterbildungserfolg kommen und sind bereit, völlig überzogene Preise zu zahlen. Teuer ist dann nicht immer gut. Wer eine Weiterbildung anstrebt, sollte sich erkundigen, wie viele Stunden durchschnittlich für einen Lehrgang anzusetzen sind. Der Deutsche Wellness-Verband kann hier in vielen Fällen weiterhelfen.
Stimmiges Preis-/Leistungsverhältnis Ziel sollte ein vernünftiges Preis-/Leistungsverhältnis sein. Preise zwischen 10,- und 15.- Euro pro Unterrichtsstunde sind je nach Lehrgang angemessen. Entscheidungsrelevant sollte auch immer die Beratung des Bildungsträgers sein. Sie muss freundlich und kompetent sein. Wenn dazu zumindest bei längerfristigen Weiterbildungen auch noch kostenlose Schnupper- oder Kennenlernstunden möglich sind, wächst das Vertrauen zum Bildungsanbieter zu Recht.
Referenzen sind wichtig Referenzen, insbesondere von Verbänden oder größeren Firmen, bezeugen das Bewusstsein des Veranstalters für Transparenz und ausgewiesene Qualität. Anerkennung in Form von Zertifizierungen durch den Staat oder Körperschaften des öffentlichen Rechts, wie z. B. staatliche Anerkennung, IHK oder HK sind im Weiterbildungsbereich nicht für einzelne Zusatzqualifikationen möglich, wohl aber in einigen wenigen Fällen schon für größere Bildungspakete. Transparenz ist ein sehr wichtiges Merkmal für einen guten Bildungsanbieter. Dazu gehören auch die Darstellung der Qualifikationen der Dozenten/innen, die Vertragsbedingungen, ausführliche Darstellungen zu den Inhalten und zum Umfang (Praxis-, Theorie-, Fernstudienanteile) in Flyern und Internetauftritt für die angebotene Weiterbildung. Die Mitgliedschaft eines Bildungsträgers in einem Verband oder einer anderen Qualitätsgemeinschaft, worauf in der Regel im Internetauftritt und auf dem Briefpapier hingewiesen wird, ist ein weiteres Plus. Am Ende eines Lehrgangs sollte immer ein "ehrliches Zertifikat" stehen, das nur verspricht, was hinterher auch gehalten werden kann.
Aussagekräftige Zertifikate Weiterbildungen von kurzer Dauer mit blumigen Abschlussbezeichnungen wie z. B. "Diplom..." sollte eher Misstrauen bei Interessenten an einer Weiterbildung erzeugen, da Diplom-Abschlüsse allein Hochschulen vorbehalten sind. Schließlich gehört zum Wohlfühlen des Teilnehmers während einer Weiterbildung, dass der Bildungsanbieter gepflegte, geschmackvoll eingerichtete Räumlichkeiten vorhält, die gut erreichbar sind. Sie sollten mit der entsprechenden umfangreichen Einrichtung ausgestattet sein und für die Teilnehmer genügend Übungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen. Das Fazit: Zunächst sollte die Kosmetikerin entsprechend ihres Marktes im Umfeld feststellen, welches zusätzliche Angebot sie für ihre Kunden anbieten will. Dann führt kein Weg an der sorgfältigen Suche eines geeigneten Anbieters für die gewünschte Weiterbildung vorbei. Hier sollten insbesondere das Preis-/Leistungsverhältnis, Transparenz und Referenzen sowie Qualitätsnachweise des Anbieters geprüft werden.
Der Autor Peter Susat ist Mitglied des Vorstandes und Fachbereichsleitung Lernen und Bildung im Deutschen Wellness Verband.
Informationen Deutscher Wellness Verband - www.wellnessverband.de
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