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Problemorientiertes Lernen (POL) in der Physiotherapieausbildung
Das Präha Lehrinstitut für Physiotherapie bietet eine Doppelqualifikation für Physiotherapeuten an. Dabei wird die deutsche Berufsfachschulausbildung zum "Staatlich geprüften Physiotherapeuten" kombiniert mit einem niederländischen Hochschulstudium zum "Bachelor of Physiotherapy, NL". Das Besondere dabei: Der niederländische Kooperationspartner, die Hogeschool Zuyd in Heerlen, erkennt die dreijährige deutsche Ausbildung voll an, so dass nur ein weiteres Studienjahr nötig ist, um den Bachelor-Abschluss zu erwerben. Darüber hinaus kann innerhalb von weiteren anderthalb Jahren sogar noch der Mastertitel erworben werden.
Um diese Koppelung herstellen zu können, war es erforderlich, das niederländische und das deutsche Ausbildungskonzept auf gemeinsame Bestandteile zu prüfen und dafür zu sorgen, dass die Inhalte sowohl den deutschen als auch den niederländischen Anforderungen entsprechen.
Als Unterrichtsmethode wird das in den Niederlanden gängige Prinzip des Problemorientierten Lernens (POL) eingesetzt, das bedeutet selbstbestimmtes und entdeckendes Lernen, handlungsorientierter Unterricht, fächerübergreifendes Lernen und Selbstevaluation. Hier lernen die Studierenden, ein Thema oder eine Frage zu analysieren, nach Literatur zu recherchieren, diese auszuwerten und schließlich Lösungen zu vergleichen, auszuwählen und umzusetzen. Dabei nimmt der Dozent die Rolle eines Tutors ein. Von den Studierenden wird mehr Initiative und damit mehr selbstgesteuertes Lernen erwartet. Die praktischen Trainingseinheiten mit den physiotherapeutischen Techniken orientieren sich unmittelbar am Thema des von den Dozenten/innen erteilten theoretischen Unterrichts. So ist diese Art der Ausbildung zugleich eine Vorbereitung auf die spätere Berufstätigkeit, wo häufig Probleme selbstständig gelöst werden müssen und in Gruppen zusammengearbeitet wird.
Was ist EPEPE?
EPEPE steht für European Partnership of Evidence and Problem Based Paramedical Education, dies bedeutet eine enge internationale Zusammenarbeit durch ein gemeinsames Curriculum, sowie durch gemeinsame Lehrpläne und ständigen Erfahrungsaustausch der in EPEPE zusammen geschlossenen Schulen.
Seit 2001 bilden das Praeha Bildungszentrum in Horrem (Deutschland) und die Hogeschool Zuyd in Heerlen, (Niederlande) nach einem gemeinsamen Physiotherapiecurriculum aus. Dieses Konzept arbeitet nach der Lehr- und Lernmethode des Problemorientierten Lernens (POL) und ermöglicht den Studierenden sich auf europäischem Niveau zum Bachelor in Physiotherapy zu qualifizieren.
Diese Zusammenarbeit wurde durch die SWS-Schule in Schwerin, die Reha Rheinwied in Neuwied und die BWM-Schule in Leipzig als neue Partner in der Physiotherapieausbildung erweitert. Gleiches ist für die Logopädiausbildung durch eine Entwicklung dieser Doppelqualifikation mit den Partnern aus Heerlen und Schwerin geleistet worden und hat bereits mit der Präha-Schule in Düsseldorf eine Erweiterung erfahren. Sowohl in der Physiotherapie, in der Logopädie wie auch zukünftig für andere paramedizinische Berufe sollen unter dem Dach von EPEPE die Weiterentwicklung der Berufsbilder und deren vorangehenden Ausbildungen auf europäischem Niveau diskutiert und weiterentwickelt werden.
Durch das heutige Physiotherapiecurriculum wurde schon ein wichtiger Schritt in Richtung einer gemeinsamen Qualifikation getan. Die Weiterentwicklung des Berufes benötigt daher die Weiterentwicklung des Curriculums.
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Die Weiterentwicklung vom reinen problemorientierten Lernens hin zu kompetenzorientierten Lernen |
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Die Integration von Evidence Based Practise in das Curriculum |
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Die Vorbereitung der Studenten/innen auf eine mögliche zukünftige direkte Zugänglichkeit für Physiotherapeuten so wie es in Australien und in den Niederlanden schon realisiert ist. |
Die EPEPE-Partner haben bis jetzt ohne finanzielle Unterstützung schon vieles realisiert für die Weiterentwicklung des physiotherapeutischen Berufes und damit die Transparenz und Qualität im Bereich der Physiotherapie in Europa verbessert. Für unsere nächsten Schritte in unserer europäischen Entwicklung suchen wir jetzt nach Unterstützungsmöglichkeiten.
ENPHE als Teil von EPEPE
ENPHE bedeutet European Network of Physiotherapy in Higher Education. In 2007 wurde gemeinsam der Entschluss gefasst, die Qualifikaionen der europäischen Physiotherapeuten durch die Beschreibung der Kompetenzen zu vereinheitlichen (The Competence Chart of the European Network of Physiotherapy in Higher Education. Garant Antwerp - Apeldoorn 2007). Dieser Ansatz soll nun aufgegriffen werden, um das Beschlossene zu realisieren, das heisst, die Vereinbarungen auf dem Papier in eine konkrete Umsetzung in die Ausbildung durch die beteiligten Schulen zu veranlassen.
Informieren Sie sich über das EPEPE-Programm, Partner und Aktivitäten unter www.epepe.eu:

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Konkrete berufliche Situationen verlangen professionelles Handeln. Genau dies berücksichtigt die Unterrichtsmethode des Problemorientierten Lernens (POL). Das zentrale Merkmal dieses neuen pädagogischen Ansatzes besteht darin, dass reale und komplexe Problemstellungen aus dem beruflichen Alltag den Ausgangspunkt des Lernens bilden. |
| Der gesamte Lernstoff der Physiotherapieausbildung wird problemorientiert und damit praxisnah außerhalb von traditionellen Unterrichtsfächern, d.h. stets fächerübergreifend, in praxisnahen Fallstudien von den Studierenden erarbeitet. |
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Die POL-Ausbildung ist nicht nach Fächern organisiert, sondern nach Themen. Studierende lernen nicht fach-, sondern problem-(fall-)bezogen. Anhand detailliert ausgearbeiteter Blockbücher besprechen sie unter Anleitung eines/ einer Dozenten/ Dozentin das Fallbeispiel und formulieren ihre Lern- und Fähigkeitsziele. Diese Lern- und Fähigkeitsziele werden, wiederum unter Anleitung eines/r Dozenten/ Dozentin, ausgearbeitet und bewertet.
Die dreijährige Ausbildung umfasst 18 Themenblöcke. Jeder Block besteht aus einem Dozentenleitfaden, einem Blockbuch, einem Arbeitsheft Praxis und einem Reader mit Literatur- / Textsammlung. Die Bearbeitungszeit jedes dieser Blöcke beträgt 5 Wochen.
Innerhalb dieses Zeitraumes erarbeiten die Studierenden zweimal pro Woche die Theorie in Unterrichtsgruppen und viermal pro Woche die Praxis in
Arbeitsgruppen. Fachvorlesungen ergänzen den Lehrstoff. Nach Abschluss eines erteilten Blockes wird dieser von den Studierenden in einer Blockabschlussbesprechung mit ihrem/ihrer Tutor/in bewertet und vom Dozententeam evaluiert und überarbeitet. Insgesamt erhalten und gestalten die Studierenden 3000 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht und 1600 Stunden Praktikum in Kliniken.
Kennzeichnend für das Problemorientierte Lernen ist der weitgehend durch die Studierenden selbstgesteuerte Lernprozess in der Unterrichtsgruppe. Die Organisation und Gestaltung des Lernprozesses obliegt also den Studierenden. Diese Unterrichtsmethode zieht eine Rollenveränderung nach sich: der/die ehemals "konsumierende" Studierende wird abwechselnd zum/zur aktiven Diskussionsteilnehmer/in, Protokollführer/in oder Vorsitzenden einer Gruppe.
Aufgabe des/der Vorsitzenden ist die Moderation der Gruppengespräche sowie die Strukturierung der Gruppenarbeit. Hervorzuheben ist, dass der/die Vorsitzende nicht mehr Fachverantwortung als alle anderen Teilnehmer trägt. Der/Die Protokollführer/in hat dafür Sorge zu tragen, dass im Protokoll alle Beiträge der Gruppenmitglieder festgehalten werden und alle Informationen aus den verschiedenen Phasen der sog. 7-Sprung-Methode dokumentiert sind. Vorsitzende/r und Protokollführer/in werden in jeder Unterrichtsgruppenstunde neu bestimmt. Begleitet wird die Gruppe von einem/r Tutor/in, der/die fachlich sowie methodisch unterstützt und gleichzeitig motivierend wirkt. Die Studierenden lernen während ihrer Ausbildung, ein Thema oder eine Frage zu analysieren, zu recherchieren, zu diskutieren, auszuwerten, Lösungen zu vergleichen, auszuwählen und schließlich umzusetzen.
Vorlesungen und selbstständiges Studieren gehören ebenfalls zum Studienprogramm einer jeden Blockbearbeitung. Die Kontrolle und die Bewertung des erarbeiteten Wissens erfolgt durch eine Blockabschlussprüfung.
Parallel zum theoretischen Unterricht findet praktischer Unterricht statt, in dem die physiotherapeutischen Behandlungstechniken vermittelt werden. Diese praktischen Trainingseinheiten orientieren sich unmittelbar am Thema der Unterrichtsgruppe. So ist diese Art der Ausbildung zugleich eine Vorbereitung auf die spätere Berufstätigkeit, wo häufig Probleme selbstständig gelöst werden müssen und in Gruppen interdisziplinär zusammengearbeitet wird. Vorteil dieser fallbezogenen Unterrichtsmethodik ist, dass die Studierenden das Gelernte besser behalten und anwenden können.

Eine authentische und komplexe schriftliche Problemstellung ist Ausgangspunkt einer jeden Unterrichtsaktivität. Erste Phase Schritt 1-5 in der Unterrichtsgruppe: In Gruppenarbeit wird der Text von den Studierenden erläutert. Begriffe werden von ihnen erklärt. Anschließend bestimmen die Studierenden die Art der Aufgabe und definieren das Problem. Danach analysieren die Studierenden das Problem und erarbeiten gemeinsam Lösungsvorschläge. Im nächsten Schritt überprüfen die Studierenden die Ergebnisse und formulieren Lernziele. Zweite Phase Selbstständiges Arbeiten Schritt 6: An diesem Punkt ist die Gruppenarbeit zunächst beendet und jeder Studierende betreibt nun selbstständig oder in Kleingruppenarbeit Recherchen, um die formulierten Lernziele zu erreichen. Dazu steht die Medienlandschaft mit Computern mit Internetzugang, Online-Fachzeitschriften, Bücher, CDs, Videos und anatomischen Modellen zur Verfügung.
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| POL-Methodik des 7-Sprunges |
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| Schritt 1-5 |
Schritt 6 |
Schritt 7 |
Praxis |
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Dritte Phase wieder in der Unterrichtsgruppe Schritt 7: Bei dem nächsten Treffen der Unterrichtsgruppe tragen die Studierenden die Ergebnisse ihrer Arbeit zusammen, erarbeiten eine Synthese, überprüfen die neuen Informationen und die evaluieren sie. Diese hier beschriebene Unterrichtsdurchführung wird auch Methodik des 7-Sprunges genannt.

In einer problemorientierten Lernumgebung findet eine Rollenveränderung vom/von Schüler/in zum/zur Studierenden statt. Der/Die im herkömmlichen theoretischen Unterricht konsumierende und passive Schüler/in wird als Studierende/r in der veränderten, neuen Lernumgebung gefordert selbstständig, eigenverantwortlich, selbstreflektierend, kommunikativ und teamfähig zu agieren. Als Lernerfolg stellt sich ein stärker anwendungsfähiges Wissen ein. Die Motivation, das Interesse und die Lernfreude der Studierenden sind höher als bei der herkömmlichen Unterrichtsmethode. Dies bestätigen uns unsere Studierenden, die an dieser Ausbildung teilnehmen.
Aber auch bei den Dozenten/innen findet ein Rollenwandel vom/von Lehrer/in zum/zur Tutor/in, vom/n Spezialisten/in zum/zur Generalisten/in statt. Sie nehmen vielfältige professionelle Aufgaben wahr: Sie erklären und strukturieren, ohne die Studierenden ständig zu kontrollieren, sie geben Impulse, unterstützen und beraten, ohne die Studierenden sich selbst zu überlassen. Die Studierenden erleben die Tutoren als kompetente Lernberater/in, als Coachs.
Eine problemorientierte Lernumgebung bedingt außerdem vernetztes Arbeiten innerhalb des Tutorenteams. Verantwortlich für die 18 Unterrichtsblöcke ist ein Team von Tutoren/innen. Dies bedeutet, dass die gesamte Blockbearbeitung im Team organisiert, Arbeitsaufgaben verteilt, die Tutorenarbeit besprochen, auftretende Probleme gelöst und die Arbeit der Unterrichtsgruppe gemeinsam evaluiert werden muss. Außerdem erfolgt eine Feinabsprache mit den Tutorenteams der vor- und nachgelagerten Blöcke. Hier wird ersichtlich, wie anspruchsvoll die Tätigkeit der Tutoren/innen innerhalb des Problemorientierten Lernens ist.
Als Ursache für das so genannte "träge Wissen" wird immer häufiger die traditionelle Unterrichtsgestaltung genannt, die ihren Schwerpunkt auf die Instruktion legt.
Problemorientiertes Lernen bedeutet dagegen anwendbares Wissen zu fördern. Anwendungsorientiertes Wissen wird aber nur erworben, wenn die Lernenden einen aktiven Part im Unterricht übernehmen und der Unterricht Anregungen zu Reflexion und Transferleistungen gibt. Diese Unterrichtsgestaltung fördert die Interessen der Lernenden, da ihnen die Planung, Ausführung und Kontrolle der Arbeiten so weit wie möglich obliegt. Gleichzeitig wird soziales Lernen gefördert, da die Lernenden zur Erfüllung der Aufgabe untereinander kommunizieren und Kompromisse schließen müssen. Die Lehrer unterstützen die Lernenden, die ihrerseits durch die selbstständige Erarbeitung intrinsische Motivation erfahren.
So erwächst ein hoher Grad der Identifizierung von Lernenden und Lehrenden mit dem eigenen Tun, der eigenen Arbeit und dem Lebensraum Schule.
In der heutigen Wissensgesellschaft brauchen unsere Ausbildungsstätten mehr als nur hoch qualifizierte Lehrer und eine gute technische Ausstattung. Sie brauchen eine Lernkultur, die auf dem Gedanken des lebensbegleitenden Lernens basiert.
POL - Gewinn für die Studierenden

POL - Gewinn für die Lehrenden

Die Hogeschool Zuyd in Heerlen hat 1998 ein neues Unterrichtssystem für die Ausbildung zum/zur Physiotherapeuten/in - Problemorientiertes Lernen (POL) - eingeführt. In einer Kooperation realisieren das Lehrinstitut für Physiotherapie, Kerpen (bei Köln) und die Hogeschool Zuyd, Heerlen (bei Aachen) unter Zugrundelegung dieses Unterrichtssystems eine gemeinsame Ausbildung mit Doppelqualifikation:
in drei Jahren zum/r Physiotherapeuten/in nach der deutschen Gesetzgebung (MPhG) zum/r Staatlich geprüfte/r Physiotherapeut/in auszubilden und
in einem zusätzlichen vierten Jahr dieselben Studierenden zum/r Physiotherapeuten/in nach der niederländischen Gesetzgebung zum Bachelor of Physiotherapy, NL auszubilden.
Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt in den ersten drei Jahren in Kerpen, das vierte Jahr erfolgt in Heerlen.
Während der dreijährigen Ausbildung zum/zur Physiotherapeuten/in an der Präha, Lehrinstitut für Physiotherapie in Kerpen können die Studierenden ab dem 3. Ausbildungsjahr auf eigenen Wunsch als Studenten/innen der Fachhochschule in Heerlen, Niederlande, eingeschrieben sein. Dieses ist erforderlich, wenn nach dem deutschen Staatexamen zum Physiotherapeuten noch der niederländische Fachhochschulabschluss zum Bachelor of Physiotherapy, NL in einem weiteren Studienjahr erworben werden soll. Für dieses zusätzliche 4. Jahr in Heerlen fallen dann eigene Studiengebühren an. Während des 3. Ausbildungsjahres in Kerpen bei gleichzeitiger Einschreibung in der Hochschule in Heerlen gelten besondere Konditionen.

| Doppelqualifikation für Physiotherapeuten |
| Kombination Modell bisher |
Überschneidung und Integration als neues Modell |
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Neben den physiotherapeutischen Praxen, Sport- und Rehabilitationseinrichtungen, den Kliniken sowie den Ausbildungsstätten, in denen Physiotherapeuten/innen heute arbeiten, eröffnen sich Physiotherapeuten/innen mit akademischem Grad vermehrt Chancen in Bezug auf eine leitende Tätigkeit und/oder wissenschaftliches Arbeiten in den genannten Einsatzbereichen. Gehobene Tätigkeiten in Berufsverbänden, Krankenkassen und der Industrie sind weitere Perspektiven der Berufstätigkeit. Der Bachelor-Abschluss ermöglicht es Physiotherapeuten/innen, auch international tätig zu sein.
Direkte Zugänglichkeit, was bedeutet das für den Beruf des/der Physiotherapeuten/in?

In Ländern wie Australien und Neuseeland ist der/die Physiotherapeut/in für Patienten/innen schon lange direkt zugänglich. Seit dem 1. Januar 2006 ist es in den Niederlanden auch möglich, dass ein/e Patient/in den/die Physiotherapeuten/in ohne Überweisung durch eine/n Mediziner/in konsultieren kann. Diese Entwicklung des Berufs in den Niederlanden ist neu und in Deutschland bisher nahezu unbekannt.
- Was ist die direkte Zugänglichkeit zur Physiotherapie (DZPh) und
- welchen positiven Mehrwert hat die DZPh für mich als Physiotherapeut/in?

Schulung für die Direkte Zugänglichkeit
Die Physiotherapeuten/innen, die in den Niederlanden im Qualitätsregister stehen und das auch weiterhin wollen, müssen vor dem 1. Januar 2006 den Kurs "Direkter Zugang zur Physiotherapie" (DZPh) belegt haben. Daneben haben die Ausbildungseinrichtungen für Physiotherapie die Pflicht, alle Studenten/innen, die nach dem 1. Januar 2005 das Studium abschließen, DZPh-geprüft zu entlassen.
Die Studenten/innen des Präha Bildungszentrums, die an der Hogeschool Zuyd auch ihr Bachelordiplom erreichen, erfüllen die Anforderungen, wenn sie als direkt zugängliche/r Physiotherapeut/in in den Niederlanden arbeiten wollen.

Was ist DZPh?
Durch die wissenschaftlichen Entwicklungen, die fortschreitende Professionalisierung und die angewandte Qualitätspolitik ist der/die Physiotherapeut/in innerhalb des Gesundheitswesens zu einem/einer maßgeblichen, herausragenden Sachverständigen auf dem Gebiet von Beschwerden geworden, die mit der Bewegungsfunktionalität zu tun haben. Auf dem Gebiet der Bewegungsfunktionalität übersteigt das Fachwissen des/der Physiotherapeuten/in oft das des Hausarztes. Dadurch ist der Zugang des Patienten zum/zur Physiotherapeuten/in auf der Basis einer Überweisung nicht mehr zeitgemäß.
Die direkte Zugänglichkeit bedeutet darum auch konkret, dass der/die Patient/in nun auch ohne die Überweisung eines/r Arztes/Ärztin direkt bei einem/einer Physiotherapeuten/in Hilfe suchen kann.
Weil der/die Patient/in bei direkter Zugänglichkeit nicht erst vom/von Hausarzt/Hautärztin untersucht wird, ist Sorgfalt geboten. Es kann schließlich um Krankheiten oder Erkrankungen gehen, die außerhalb der Wissensdomäne des/der Physiotherapeuten/in liegen und bei denen er dem/der Patienten/in raten muss, zuerst mit seinem/ihrer Hausarzt/Hausärztin Kontakt aufzunehmen.
Der Ursprung des problembased learning begann Ende der 60-er Jahre an der Mc Master University, medizinische Fakultät in Hamilton, Kanada.
Beteiligt an der Entwicklung des Problemorientierten Lernens (POL) waren:
James Anderson, Arzt und Anthropologe,
Howard Barrows, Neurologe,
Geoff Norman, Didaktiker und
Karin von Schilling, Krankenpflegerin.
Andere Universitäten haben das Problemorientierte Lernen (POL) später aufgegriffen: Die Michigan State University (Michigan, USA), die Southern Illinois University (Springfield, Illinois, USA) und die Universität in Maastricht (NL).
Die Universität Maastricht wurde 1974 neu gegründet. Sie erarbeitete inhaltlich ein neues Kurrikulum mit einem didaktisch neuen Studienkonzept, dem Problemorientierten Lernen (POL), was nicht ganz gleich dem problembased learning ist.
In der Nachfolge hat man in den Niederlanden an der Fachhochschule Zuyd in Heerlen ab 1992 in der Krankenpflege, ab 1998 in der Physiotherapie und Ergotherapie und später in anderen Bereichen das POL eingeführt.
1996 wurde das Büro META, eine Beratungsstelle für POL, eingerichtet, welches zur Aufgabe hat, POL weiter zu entwickeln und Schulungen in der POL-Methodik durchzuführen.
Heute ist POL in den Niederlanden weit verbreitet.
Nachfolge des POL in Europa: Das Maastrichter Modell ist weit verbreitet Skandinavien, Großbritannien und vereinzelt in Italien, Spanien, Belgien, Portugal, Ungarn und Deutschland.
Nachfolge des PBL weltweit: Das US-amerikanische Modell ist heute verbreitet in den USA, Kanada, Australien, Südost-Asien und Südafrika. Internationale Konferenzen tauschen ihre Erkenntnisse aus und entwickeln die Lehr- und Lernmethoden PBL und POL weiter.
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