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Vortrag "Problemorientiertes Lernen (POL)" von Petra Witt und den Präha-Schülern Alina Noethlich und David Nix
im Rahmen des Workshops "Pädagogische Konzepte aus der Privatschulpraxis"
10. - 12. Februar 2006, Theodor-Heuss-Akademie, Gummersbach
Initiative der Friedrich-Naumann-Stiftung. Stiftung für liberale Politik / in Kooperation mit dem VDP Privatschulverband NRW e.V.

 Petra Witt, Geschäftsführerin der Präha Gruppe, mit den POL-Schülern Alina Noethlich und David Nix |
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Am 11. Februar 2006 hielt Frau Petra Witt gemeinsam mit den POL-Schülern Alina Noethlich und David Nix einen Workshop mit 20 Teilnehmern zum Thema POL. Der Workshop "Problemorientiertes Lernen" fand innerhalb eines 3-tägigen Workshops "Pädagogische Konzepte aus der Privatschulpraxis" statt, der in Zusammenarbeit zwischen dem VDP-Privatschulverband NRW und der Friedrich Naumann Stiftung, Gummersbach, organisiert wurde.
Frau Witt stellte den Teilnehmern zunächst die geschichtliche Entwicklung des POL dar, dann zeigte sie den Präha-Film zur POL-Methode, um den Praxisbezug herzustellen. Anschließend wurde mit einer Folienpräsentation die Methode POL erläutert. Die Schüler erzählten dabei, wie sie die neue Methode selbst am Anfang der Ausbildung für sich erlernt und eingeübt haben und wie groß die Arbeitsumstellung im Gegensatz zu dem bisher in der Schule praktizierten Lernen war.
Alina Noethlich, 22 Jahre und David Nix, 20 Jahre sind erst seit knapp 5 Monaten POL- Studierende. Als in ihrer Klasse zwei Interessenten für die Assistenz in dem Workshop gesucht wurden, haben sie sich begeistert gemeldet. Sie nahmen ihre Aufgabe souverän und in gelöster Stimmung wahr. Sie berichteten, dass sowohl sie beide aber auch alle Mitstudierende, auch die zu Anfang Schüchternen, in der kurzen Ausbildungszeit nach dieser Lernmethode alle sehr selbstorganisiert, selbstständig und selbstbewusst geworden sind und dass sie mehr Spaß am Lernen gewonnen haben, weil sie sich heraussuchen, was ihnen zu dem Wissen, das sie brauchen, noch fehlt. Hier sagt nicht der Lehrer was sie jetzt zu lernen haben. Die Lehrer sind Unterstützer, Lernberater und greifen nur ein, wenn sich die Studierenden in die falsche (Lern-) Richtung zu verrennen drohen.
Die Teilnehmer des Workshops nutzten die Möglichkeit intensiv, die beiden Studierenden nach ihren Erfahrungen zu befragen. Von Frau Witt wollten sie wissen, wie die Umstellung des Lehrers, weg vom Fachdozenten hin zum Generalisten und Blockbegleiter gelungen ist. Die Vorstellung, alle Fächer aufzulösen war - bei erstem Kontakt mit dieser Methode - für die meisten Teilnehmer erst einmal nicht einfach nachzuvollziehen. Aber trotzdem war das Auditorium sich einig, dass es Veränderungen in den Lernformen geben muss, um den veränderten Lebensanforderungen und wandelnden Arbeitsbedingungen im Laufe des Lebens nachkommen zu können.
Lebensbegleitendes Lernen muss schon in der Phase der allgemein bildenden Bildung, d.h. Klasse 1-12, beginnen. Die Art und Weise, wie unsere Studierenden von ihrem Lernerfolg, Freude an der Art ihres Schullebens und den neuen Rollen als Studierende und als Dozenten sprachen, ließ alle spüren, wie sehr diese Art und Weise zu lernen das Engagement von Lehrern und Schülern verändert und positiv beeinflusst.
Nach einer Pause ging es dann in die POL-Praxis. In zwei Gruppen, je eine wurde von Alina und eine von David als "Tutor" begleitet, haben die Teilnehmer ein Fallbeispiel nach der so genannten 7-Sprung Methode erarbeitet. Dazu wurde als erstes die für diese Fallbearbeitung zuständige Gruppenleitung, ein Protokollführer und ein Beobachter gewählt. Beide letzt Genannten durften nicht aktiv an der Gesprächsführung teilnehmen (eine Rolle, die nicht leicht durchzuhalten ist). Nach der Unterrichtsgruppe kamen alle wieder zusammen und stellten ihre in der Unterrichtsgruppe zusammen getragenen Lernziele, die in der Schule dann von jedem Schüler in einer eigenen Studienphase hätten erarbeitet werden müssen, vor. Hier zeigte sich, dass beide Gruppen jeweils zu den gleichen Lernzielen als Aufgabenstellung gekommenen waren. Dies ist nicht verwunderlich. In der Schule geschieht dies genau so bei jedem anderen zu bearbeitenden Fallbeispiel. Die Fallbeispiele sind von den Blockerstellen, den Tutoren, so gewählt, dass die Vorkenntnisse der Schüler berücksichtigt und der im Block anstehende Lernstoff im Beispiel so abgebildet ist, das die Schüler zu den für sie zur Bearbeitung nötigen Lernzielen hinfinden. Damit kommt der richtigen Fallbeispiel-Erstellung eine Schlüsselrolle in der Methode des Problemorientierten Lernens zu.
Wie revolutionär die Konzept- und Lehrumstellung am Präha Bildungszentrum in der Physiotherapieausbildung ist, wurde uns durch den Workshop wieder einmal deutlich, wenn man mit anderen darüber diskutiert, was es alles braucht um POL einzuführen. "Ja, ich will" - dies steht dafür am Anfang, und das müssen die Lehrer sagen. Die Schüler sind schnell zu überzeugen! Aus unserer Erfahrung heraus können wir sagen, dass es sich auch besonders für die Lehrer lohnt, ihre alte Rolle an den berühmten Nagel zu hängen. Denn diese Lernmethode bringt die unübertroffenen Vorteile, dass die Schüler mehr behaltenes Wissen und mehr Lernbegeisterung haben als bei herkömmlichen Methoden. Genau das bringt Pädagogen Motivation und Bestätigung.
Aus dem Programm des Workshop-Wochenendes
Workshop Pädagogische Konzepte aus der Privatschulpraxis
vom 10. bis 12. Februar 2006
in der Theodor-Heuss-Akademie, Gummersbach
Eine Initiative der Friedrich-Naumann-Stiftung. Stiftung für liberale Politik
In Kooperation mit dem VDP Privatschulverband NRW e.V.
"Nur Ochsen büffeln!" - Workshop zu den pädagogischen Konzepten in der Privatschulpraxis Artikel der Theodor-Heuss-Akademie zum Workshop-Wochenende
Jahrelang war die staatliche Schulpolitik im Rahmen ihres Verwaltungshandelns einseitig inputorientiert. Das heißt, es kam mehr auf die Vorgaben, Richtlinien und Dienstwege als auf die Ergebnisse (erfolgreichen!) pädagogischen Wirkens an. Die PISA-Studie hat dieses deutsche Dilemma manifest gemacht. Die Fehlentwicklung ist dabei auch Folge fehlenden Wettbewerbs.
Private, freie Schulträger haben das Nachsehen. Dabei muss man nicht in die skandinavischen Länder fahren, um innovative pädagogische Ansätze kennen zu lernen.
Das Seminar versucht, die Diskussion um mehr Qualität in den Schulen um die in Privatschulen seit Jahren erprobten und bewährten pädagogischen Konzepte zu erweitern. In mehreren Intensiv-Workshops kommen Experten und Praktiker zu Wort, die fruchtbare Anstöße geben für eine auf individuelle Lernchancen setzende Bildungspolitik.
Aus dem Programm
Freitag 10. Februar 2006
Privatschulen - Mehr als nur das Salz in der Suppe des deutschen Bildungssystems? Roman FRIEMEL, Geschäftsführer des VDP Privatschulverbandes NRW und Rechtsanwalt
Samstag 11. Februar 2006
"Kinderhaus" - Curriculum für den Kindergarten der Zukunft Dr. Marie Luise STOLL-STEFFAN, Managing-Director ISF Internationale Schule Frankfurt-Rhein-Main GmbH & Co KG, Wiesbaden
Problemorientiertes Lernen (POL) Petra WITT, Geschäftsführerin der Präha-Gruppe in NRW, interdisziplinärer Zentren für berufliche Aus- und Weiterbildung auf dem Feld der Prävention und Rehabilitation
Sonntag 12. Februar 2006
Lernen ist kein Ort, wo man ankommt. Lernen ist eine andere Art zu reisen Andreas MUELLER, Institut Beatenberg, Schweiz
Und die Bildungspolitik? Abschlussdiskussion und Seminarbewertung
Weiterführende Informationen
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