Präha Gruppe: Wir bilden aus in Therapie, Rehabilitation, Prävention, Wellness, Fitness
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Präha Gruppe: Ausbildung und Fortbildung in Therapie, Rehabilitation, Prävention, Wellness, Fitness

 

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Seminar in Tanz- und Ausdruckstherapie
an der Pädagogischen Hochschule Tallinn/Estland

Durchgeführt von Marianne Eberhard, Tanz- und Ausdruckstherapeutin BTD, Wissenschaftliche Leiterin am Langen Institut für Tanz- und Ausdruckstherapie

26.06. - 01.07.2005

Aus dem Langen Institut
Langen Institut

 

Marianne Eberhard-Kaechele, Tanz- und Ausdruckstherapeutin BTD Das Seminar begann mit einer theoretischen Einführung in die Grundprinzipien der Tanztherapie und deren wissenschaftlicher Fundierung. Darauf folgte eine praktische Einführung anhand der gegensätzlichen Ansätze zweier Pioniere: Marian Chace und Mary Whitehouse. Chace' Technik wurde in der stationären Arbeit mit Psychotikern entwickelt und betont die strukturierte Förderung von Ich-Funktionen. Die Arbeit von Whitehouse hingegen ist geeignet für neurotische Klienten und nutzt die freie Improvisation für die Erschließung, Bearbeitung und Integration von biographischem Konfliktmaterial.

Als zweiter inhaltlicher Schwerpunkt wurden Aspekte des Körperbildes vermittelt wie zum Beispiel:

  • Körpergewicht als Merkmal der Existenzberechtigung
  • Berührung als Merkmal der allgemeinen positiven Wertschätzung
  • Körperform als Merkmal der Wertschätzung der Gestalt
  • Körpergrenzen als Merkmal der Kohärenz und Differenzierung
  • Autonome Funktionen als Merkmal der Leistungsfähigkeit
  • Symbolische Besetzung von Körperteilen
  • Affektregulation
  • Identität in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Besonders hilfreich erlebten die Teilnehmer die Vermittlung der Spannungsfluss Rhythmen von Judith Kestenberg unter der Rubrik Autonome Funktionen. Diese Rhythmen dienen der Bedürfnisbefriedigung und Beziehungsregulation. Sie basieren auf entwicklungs-psychologischen Modellen, welche die Teilnehmer als sehr relevant für ihre klinische Tätigkeit bewerteten.

Zu jeder Unterrichtseinheit wurden Skripte verteilt und es wurden Fachbücher zur Anschauung und Motivation ausgelegt.

Der Unterricht erfolgte über theoretische Kurzvorträge, praktische Übungen und Fallbesprechungen. Auch die persönlichen Prozesse der Teilnehmerinnen, welche durch die praktischen Übungen in Gang gesetzt wurden, habe ich in Abständen und in Absprache mit den Betroffenen aufgegriffen und weitergeführt. Dies diente sowohl der Psychohygiene der Teilnehmerinnen als auch der Veranschaulichung der prozessorientierten Interventionsmöglichkeiten der Tanztherapie. Die Teilnehmerinnen waren verblüfft, wie deutlich sich Themen in der Bewegung abbildeten und neue Erkenntnisse, Entwicklungen und Lösungen gefunden werden konnten.

Die Teilnehmer waren unglaublich engagiert sowohl im theoretischen Lernen als auch in Ihrer Bereitschaft, selbst neue Erfahrungen zu machen und diese miteinander auszutauschen. Einige konnten für sie wichtige Themen bearbeiten.

Anderen war die Bewegung als Medium höchst suspekt, sie kamen aber nach und nach alle dazu, sich in ihrer speziellen Weise auszudrücken, auch mit dem Wunsch nach Zurückhaltung und Abgrenzung. Gerade diese Personen sagten am Schluss, es sei eine aufschlussreiche Arbeit gewesen.

Am dritten Tag bemerkte eine Teilnehmerin, dass die Gruppe bei der Reflexion viel enger zusammen im Kreis sitzen würde als zu Anfang. Die Gruppe stellte fest, sie seien sich in diesem Seminar über das spezielle Medium Tanz deutlich näher gekommen. Eine Teilnehmerin schickte mir einen Brief, in dem sie berichtete, dass die Gruppe in ihrer Nachbesprechung den Kurs in Tanztherapie als das beste von allen bisherigen Angeboten in der Ausbildung bewertete (bisher hatten sie Kurse in Kunsttherapie und Musiktherapie).

Auch ich bin den Teilnehmern sehr viel näher durch die direkte Sprache in Englisch gekommen als damals über die Übersetzerin in Deutsch. Daher kann ich nicht mehr behaupten, dass Esten distanziert sind! Wir haben einiges Kulturelle unternommen, doch dabei waren mir die Gespräche davor und danach von besonderem Interesse, weil ich dabei vieles über ihr Lebensgefühl im Alltag erfahren konnte.

 

Die Gruppe sagte, der Kurs hätte sie hoch motiviert, die Etablierung der künstlerischen Therapien in Estland in Lehre, Praxis und Forschung voran zu treiben. Es bestand das große Bedürfnis nach weiteren Kursen, um sich die Inhalte fundierter aneignen zu können und die praktische Tätigkeit durch erfahrene Therapeuten supervidiert zu bekommen.

 

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