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Die Entwicklung des Standortes Kerpen
Der Standort des Präha Bildungszentrum in Kerpen hat sich als Glücksfall erwiesen. Hier finden wir eine gute geographische Lage, umringt von den Großstädten Köln und Düsseldorf, mitten im Erftkreis, der allein schon drei Millionen Einwohner zählt. Die Verkehrsanbindungen sind mit dem Autobahnkreuz A4/A61 und eigenem Bundesbahnanschluss sehr günstig. Die S-Bahn Köln-Düren erhöht die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrmitteln noch zusätzlich. Nach Kerpen hin verschlagen hat es 1983 zuerst die Anna Herrmann Schule, die dem damals frei werdenden Horremer Rathaus aus mehreren Standortangeboten den Zuschlag gab. Dem damaligem Bürgermeister Werner Stump (CDU) und dem Stadtdirektor Wolfgang Bell (SPD) sei an dieser Stelle gedankt für ihre Unterstützung und die positive Einschätzung der Ansiedlung der Berufsfachschule für Gymnastik im Erftkreis. Die Stadt Kerpen investierte einen mehrfachen sechsstelligen DM-Betrag für die Umrüstung des Rathauses zu einem Schulgebäude für Bewegungsberufe.
Als unser Gebäude durch die im Laufe der Jahre hinzugekommenen Lehrinstitut für Massage (1988), Präha Bildungszentrum und Lehrinstitut für Physiotherapie (1993) mit deren Ausbildungsgängen zum Masseur und med. Bademeister und Physiotherapeuten zu klein wurde, fanden wir mit der Stadt eine besondere Lösung. Auf dem Schulgelände konnte im Gartenbereich ein genügend großes Erbpacht-Grundstück herausgelöst werden, auf dem die Präha den heutigen Gartentrakt mit vier weiteren Klassenräumen errichtete. Unbürokratisches unterstützendes Handeln auf allen Ebenen zeichnete diese Wachstumsphase der Präha aus. Klaus Lennartz, MdB, Hans Krings, MdL, und Josef Krings, alle SPD, seien hier als besondere Unterstützer dankbar erwähnt.
Die Anna Herrmann Schule schloß 2000 den Bildungsgang Kosmetik und das Lehrinstitut für Physiotherapie 2001 eine Doppelqualifikationsmöglichkeit zum Physiotherapeuten und Bachelor (NL) an. In beiden Bildungsgängen verzeichnen wir eine große Nachfrage. Was war die Folge? Wir brauchten erneut mehr Raum! Nun gab es nur noch die Möglichkeit, die eingeschossigen Seitenflügel zur Rathausstrasse hin (ehemalige Meldestelle des Rathauses und Polizeistation) mit je zwei Geschossen durch Überbauung zu erweitern. Dazu mussten aber auch jedem Flügel eigene Treppenhäuser angefügt werden, denn mittig liegt der zweigeschossige ehemalige Ratssaal, heute unsere große Gymnastikhalle. Durch die An- und Umbauten wurden außerdem umfangreiche Sanierungsmaßnahmen der gesamten Toilettenanlagen des Hauses und für die gewachsenen Schülerschaft eine größere Cafeteria sowie zusätzliche Parkplätze benötigt. Der städtebaulich sehr gelungene Bauvorschlag des Architekten Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Bertram überzeugte in der Präha und bei der Stadtverwaltung. Es folgten zwei aufregende Jahre. Die Baumaßnahme erwies sich durch die statischen und brandschutztechnischen Erfordernisse als weit kostenträchtiger als erwartet. Mit der Stadt wurden verschiedene Modelle der Umsetzung überlegt. Mögliche Investoren winkten schnell ab, als sie den von uns maximal zu zahlenden m² Preis vernahmen. Man rechnete weiter und wir kamen zu dem Ergebnis, dass wir ohne Renditebedarf wie ein Investor und bei den herrschenden günstigen Zinsen, die Immobilie von der Stadt erwerben und selber aufbauen hätten können. Jedoch die Höhe des benötigten Kredites vertrug sich nicht mit dem Sicherungsbedarf von Banken gerade wegen unserer gemeinnützigen Trägerschaft. Als wir in unserer Not an Auslagerung von Bildungsbereichen an einen anderen Standort dachten, zeigte sich wiederum, dass in Kerpen eine große Unterstützung für die Belange unserer Schule vorhanden ist und man das attraktive Angebot im Bildungsbereich fördern wollte. Dem Bürgermeister Ralf Valkysers und dem Fraktionsvorsitzenden Josef Klingele, beide CDU, sei hier herzlich gedankt, aber auch allen Stadtverordneten, denn der Rat der Stadt Kerpen genehmigte über alle Fraktionen hinweg die Finanzierung des Erweiterungsbaues und sicherte damit den Verbleib ihres Mieters und damit der Schulen in Kerpen.
Die nun über ein Dreivierteljahr getätigten Bauarbeiten bei laufendem Schulbetrieb mit Examensphase in fünf Klassen sind von allen im Hause mit Disziplin, Verständnis, oft auch kreativem Umgang mit dem Chaos aber auch Neugier und Freude über die räumlichen Zuwächse und Verbesserungen getragen worden. Wir danken allen unseren Studierenden, unseren Lehrern und dem gesamten Verwaltungs- und Reinigungspersonal für die Unterstützung in dieser Phase. Besonders die nun fertige große Mediothek wird unser Lehren und Lernen bereichern und unterstützen. Die neue Cafeteria mit Wintergarten - und nächstes Jahr auch mit Terrasse - führt von nun ab zu noch mehr Erholung in den Pausen.
Unsere politische Verantwortlichen in Stadt und Kreis mögen so beweglich und aufgeschlossen bleiben wie unsere Schulgemeinschaft sie in den letzten zwanzig Jahren erleben durfte. Wir freuen uns, dieses Jubiläum gemeinsam mit Ihnen zu feiern. (Anlässlich der Jubiläumsfeier 10 Jahre Präha Bildungszentrum und 10 Jahre Lehrinstitut für Physiotherapie)
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